Frank Ehrlacher findet deutliche Worte für die Pläne des NDR

 

Auf Facebook postete der Chartexperte (Ultimative Chart Show) am Donnerstagmittag einen langen Text, der all das beinhaltet, was ganz ESC-Deutschland denkt!

Wir fanden es gut und angebracht und möchten ihm dafür danken. Wie findet ihr den Post? Lasst es und gerne wissen!!!

 

Zittirter Text:

 

"Lieber NDR,


ist das denn wirklich so schwer?

 

Seit Jahren fahren "wir" – also eher Du, obwohl ich drauf und dran bin, Dir wieder das "Sie" anzubieten - beim ESC einen letzten Platz (ok, dieses Jahr war es immerhin der vorletzte...) nach dem anderen ein und jedes Jahr sagst Du danach zerknirscht "Ok, wir haben verstanden..." und jedes Jahr ändert sich danach... nichts! Wie man in der Branche hört, suchst Du aktuell wieder einmal "im Untergrund" nach möglichst jungen, möglichst unerfahrenen, möglichst unbekannten Künstlern, die für "uns" (also dann doch eher: DICH) 2018 beim ESC in Portugal singen sollen.

 

Mal ganz vorne angefangen:
Das Ding heißt ESC. Das steht für "Eurovision Song Contest". Song ist englisch. Das heißt auf Deutsch so viel wie "Lied". Ja, das ist ein LIEDER-Wettbewerb. Da guckst Du. Die Menschen, die Lieder schreiben, nennt man Komponisten – oder auch Texter, je nachdem. Nicht Sänger. Es ist also eigentlich Unfug, zuerst einen Sänger zu suchen. Das ist, wie sich an den Frühstückstisch zu setzen bevor man die Henne gefunden hat, die das Ei legen soll, dass man dringend essen möchte.

 

Zudem haben die vergangenen Jahre beim ESC gezeigt, wie wichtig der richtige SONG in Verbindung mit einem passenden Interpreten ist. Die eindrucksvolle portugiesische Ballade von diesem Jahr (die dadurch auch so authentisch wirkte, dass die Komponistin sie ihrem Bruder auf den Leib geschrieben hatte), der anfangs etwas verstörend-autobiographische Klagegesang der Ukrainerin Jamala 2016 (den sie sich direkt selbst schreib), der Ohrwurm-Pop-Song im David Guetta-Style "Heroes" aus Schweden 2015 und nicht zu vergessen, "Rise Like A Phoenix" 2014, vielleicht das beste Beispiel: Conchita Wurst wäre nichts gewesen ohne diesen hymnischen Pop-Song – der aber auch durch Conchita erst zu vollem Glanz kam. Also: Erst Henne, dann Ei, dann Frühstück – oder: Erst Komponist, dann Song, dann Interpret. - Klingt für Dich komisch, ist aber so.

 

Welchen Sinn macht es, jetzt einen Interpreten zu suchen, um dann festzustellen, dass man gar keinen passenden Song für ihn hat? Du schon gar nicht und die Komponisten, die man wieder erst im nachhinein fragt, haben halt für diesen von Dir aufgezwungenen Interpreten gar keinen Song und kein Konzept? Oder parallel schon einen Song zu suchen, um dann nachher zu merken, dass Song und Interpret nun auch nicht gerade perfekt zueinander passen? Ok, das hast Du dieses Jahr genau so versucht, wir sind auch immerhin nur Vorletzter geworden. Der "Erfolg" spricht für sich und Dich...


Ach ja, und eigentlich machst Du Dir da ohnehin zu viel Arbeit. Zum Job eines Komponisten – der meist auch Produzent ist – gehört es nämlich auch, den passenden Interpreten für (s)einen Song zu finden. Das können die auch ganz gut, das machen die nämlich tagtäglich und leben sogar davon. Das ist ihr Beruf! Es ist zwar rührend, dass Du es einmal im Jahr versuchst, den Komponisten die Arbeit abzunehmen, aber eigentlich möchte man viel lieber mit Profis arbeiten...

Ja, vielleicht sagst Du jetzt, der Ehrlacher hat gut reden, erst Autoren bitten einen Song zu schreiben und dann die besten Songs für eine Vorentscheidung zu suchen und gemeinsam mit den Autoren zu überlegen, wer das denn singen könnte und dann dem Volk einfach wirklich mal ne Wahl zu lassen und nicht den eigenen Musikgeschmack der Unterhaltungsmacher im Sender in den Vordergrund zu stellen, das klingt so illusorisch...

Für Dich vielleicht! Deine Vorgänger beim Bayerischen Rundfunk haben das von 1979 bis 1988 genau so gemacht – heraus kam 1 x Platz 1, 4 x Platz 2, 1 x Platz 4, 1 x Platz 5 – international. 7 mal "Top 5" in 10 Jahren. Scheint Dir zu lange her? Die Schweden machen das seit Jahren in ihrem "Melodifestivalen" ebenfalls so. Die Ergebnisse seit 2011 (also nachdem "Du mit Lena" gewonnen hast): 2 x Platz 1, 2 x Platz 3, 2 x Platz 5! 6 mal "Top 5" in 7 Jahren! So, und jetzt DU...! Quelle"

 

Deutschland: ARD arbeitet an einem neuen Vorentscheids-Format

aus: Germany: ARD working on an new Eurovision Selection Format

 

Thomas Schreiber hat bestätigt, dass die ARD an einem neuen Auswahlformat arbeitet, um den deutschen Beitrag zum Eurovision Song Contest 2018 auszuwählen.
In einem Interview mit Prinz Blog hat Herr Schreiber, der ARD-Unterhaltungskoordinator, besprochen, ob Helene Fischer bereit sein würde, am ESC teilzunehmen.

Während seiner Antwort auf eine Frage darüber, ob die Sängerin die richtige Wahl für Deutschland sein würde, hat Herr Schreiber bestätigt, dass der Fernsehsender an einem neuen Auswahlverfahren für das nächste Jahr arbeitet.


Nach den beiden letzten Plätzen 2015 und 2016, sowie dem vorletzten Platz von Levina 2017 steht man nun wieder bei 0.

 

 

Deutschland sucht eine neue ESC-Hoffnung

Wer holt Deutschland aus dem Tabellenkeller? Der Eurovision Song Contest 2017 ist Geschichte, schon bald beginnen die Gedankenspiele für nächstes Jahr. Beim Vorentscheid dürfte es wieder einmal Veränderungen geben.

Nach dem dritten Fiasko in Folge werden Stimmen laut, Deutschland möge doch bitte beim Eurovision Song Contest aussteigen.

Doch für die Verantwortlichen kommt ein Rückzug von der gigantischen Musikshow, die weltweit bis zu 200 Millionen Menschen erreicht, nicht infrage, wie ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber klar stellt. Nun dürften wieder einmal die Köpfe rauchen: Wie lässt sich eine neuerliche Pleite im Jahr 2018 verhindern? Mehr lesen